Compass1492

säkular – weltwärts

Gutgemeinte Luftballon-Aktion & Umweltschäden

Gut gemeinte „Campact-Ballon-Aktion in Berlin“ gefährdet Umwelt und Tiere durch Ballonreste auf Wiesen, Weiden, in Wäldern, in Flüssen, auf Seen oder in der Ostsee.

Auf der Webseite „Campact.de“ – siehe http://www.campact.de/gentec/bilder – erfährt man etwas über eine Luftballon-Aktion im Zusammenhang mit dem „Schutz für gentechnikfreie Landwirtschaft“. Dort gibt es 13.000 Luftballons mit 13.000 Postkarten daran, die bereit stehen, in die Luft zu schweben, mit Helium befüllt. Es handelt sich außerdem noch um ein filmisches Spektakel. Vorher werden die gefüllten Ballons in Schläuche gepackt und zu einzelnen Buchstaben auf einem Rasen befestigt. Alles bildet dann den Schriftzug „Gen-Food Nein Danke!“ Nach einem Startsignal öffnen 30 Aktive die Schläuche der Buchstaben und die Luftballons entschweben in den Himmel über Berlin. Auf der Webseite wird ein Kurzfilm zum Betrachten angeboten, woraus hervorgeht, dass die Aktion durchgeführt wurde am 2. November, ohne Angabe über das Jahr (vergleiche Webseite ebda.), zumindest nicht deutlich erkennbar.

Kooperationspartner werden auch auf der Webseite aufgeführt http://www.campact.de/gentec/ballonvideo, hier eine Auswahl der dort genannten Partner: „Bioland“, „NABU“, „Naturland“, „Demeter“, „Schrot & Korn“, „Grüne Liga“ und andere.

Wir erfahren, dass die Postkarten bedruckt wurden, siehe Webseite: Zitat: „Die Postkartentexte und Namen von tausenden Menschen werden einer Druckerei in Göttingen übermittelt, die den ersten Schwung Postkarten druckt. Die Postkarten werden am 2. November an die Ballons geheftet und den/die Finder/in auffordern, im Netz aktiv gegen Gentechnik zu werden“ (Zitat-Ende, ebda.). Vermutlich werden die Postkarten mit folgenden Texten bedruckt sein: Zitat: „Im Bundestag gehen die Beratungen über das Gentechnik-Gesetz in ihre heiße Phase. Die Gentechnik-Lobby will das Gesetz verwässern – doch wir machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Wir belagern den Bundestag mit unseren Argumenten gegen Gentechnik in der Landwirtschaft: auf über 60 Großplakat-Flächen rund um den Bundestag sowie mit kreativen Aktionen vor dem Bundestag. Mach mit! Komm‘ zu den Aktionen!“ (Zitat-Ende, vergleiche http://www.campact.de/gentec/help/recommend).

Den Wert der Absicht eines Protestes gegen die Gentechnik-Lobby bestreiten wir nicht. Auch wir sind gegen Genmanipulation, bezweifeln sehr, dass Monsanto & Co mit ihren Gentechniken der Menschheit dient, erkennen, dass „Campakt.de“ wertvolle Kritik und Aktionen dagegen leistet. Aber mit den Luftballons befürchten wir, dass diese Luftballons oder deren Reste auf Wiesen landen und unfreiwillig in Kuhmägen oder in Gewässern oder in der Ostsee in Seehund- oder Fischmägen geraten. Das Material der Luftballons wird sicherlich als Gummi nicht verrotten. Eine Frage des Recyclings stellt sich ebenfalls als Abfallstoff Rest-Luftballon, Rest-Schnur aus Plastik (?), Klebeband vielleicht oder Rest-Druckerfarbe, vermutlich nicht ungiftig. Wir verweisen auf einen Artikel in unserem Blog „Compass1492“:

Viele Luftballons werden noch in Berlin niedergehen und vielleicht Leute (Finder) erreichen, die die angefügten Postkarten verwenden zum gewünschten Versand. Doch etliche werden auf Feldern, Wiesen und in Wäldern oder Gewässern landen, werden nicht gefunden und dort eben nicht die gewünschte Intention erfüllen, eher einen Schaden anrichten als den gewünschten Nutzen erfüllen. Wir wünschen, dass „Campakt.de“ und die vielen Kooperationspartner erkennen, was auch im Zusammenhang mit Luftballon-Aktionen geschehen kann, obwohl die Aktion in der Tat gut gemeint ist.

Hasso Bensien, Mai 2008

00webcompass1492-logo21

00image2302161

00image2302162

00image2302164

Wir danken an dieser Stelle der aufmerksamen Beobachtung eines Umweltschützers. Der Gummiluftballon, der Kindern so viel Freude macht, hat seine Tücken. Wir warten auf die Luftballons, deren Restbestandteile Tieren sogar als Nahrung dienen könnten und die sich ohne schädliche Rückstände in der Natur biologisch abbauen ließen. Im Interesse der Kinder bitten wir die Wissenschaftler, sich enorm anzustrengen und besonders schnell zu forschen. Doch bis dahin sollten wir den Überlegungen von Ernst Hasenfuss folgen, wie er uns unten mitteilt in den Leserbriefen.

Hasso Bensien

____________________

Hier die Kopien der Leserbriefe von Ernst Hasenfuss:

___________________

Ostermarkt mit Luftballons (Beitrag der NWZ vom 10.04.07)

Der Ostermarkt in Oldenburg an der Weser-Ems-Halle wurde mit 2000 gasgefüllten Luftballons eröffnet. Das ist ein großes Spektakel. Doch wo bleiben am Ende diese Gummiflieger?

Sie verschmutzen die Landschaft oder das Meer und landen eventuell in den Mägen von Fischen und Seehunden.

Auf Juist haben Kinder zig-tausend Luftballonreste mit Kunstoffband und Namenskärtchen am Strand gesammelt. Zur Aufklärung und Abschreckung steht diese Sammlung dort in einem großen Glasbehälter im Nationalparkhaus. Bei all den Folgen sollten wir uns überlegen, ob Luftballonstarts zur Kinder-Belustigung noch zeitgemäß sind.

Ernst Hasenfuss

_____________________

Luftballons aus Neerstedt

zum Artikel: „Luftballon fliegt von Neerstedt bis nach Dänemark“ (NWZ, am 8.11.06, Seite 29)

____________________

Beim Luftballon-Weitflugwettbewerb des Kindergartens Neerstedt flog ein Ballon bis auf die dänische Insel Seeland. Viele andere Luftballons fallen ins Meer und landen dann am Meeresgrund, an der Küste oder in Mägen von Seehunden, Fischen…….

Auf Juist haben Kinder zig-tausend Luftballonreste mit Kunstoffband und Namenskärtchen am Strand gesammelt. Zur Aufklärung und Abschreckung steht diese Sammlung dort in einem großen Glasbehälter im Nationalparkhaus. Bei all den Folgen sollten wir uns überlegen, ob Luftballonstarts zur Kinder-Belustigung noch zeitgemäß sind.

Ernst Hasenfuss

Mausklick nach oben

00webcompass1492-logo21

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: