Compass1492

säkular – weltwärts

Polyandrie, Bevölkerungsminimierung und Tabu?

„Vielmännerei als Gebot der Vernunft“? 

Das E. W. Heine-Zitat von 1986 für 2008 ? aus E. W. Heine, „Der neue Nomade“, Ketzerische Prognosen, Zürich 1986, Seite 181

Dieses o. g. Buch geriet in unsere Hände. Wir fotokopierten nur einen Artikel. Neben anderen kurzen hochinteressanten Texten von E. W. Heine, seien sie jetzt treffend ironisch, zynisch, sarkastisch oder sachlich auf wirklich real Existierendes zielend, motivierte uns – zur genaueren Betrachtung – unbedingt die Seite 181: „Vielmännerei als Gebot der Vernunft“. Wenn wir uns die erschreckend rasante Entwicklung der sogenannten Bevölkerungsexplosion in unendlich vielen Statistiken anschauen, ebenso die verfügbaren Weltressourcen unter Aspekten der Volkswirtschaftslehre, erscheint uns die Polyandrie (eine Frau und mehrere Ehemänner) – als fast „unvorstellbare“ Variante eines außergewöhnliches Ehelebens im deutschen Kulturkreis – eigentlich sehr einleuchtend. Wikipedia im Internet macht auf eine mögliche Definition aufmerksam, die zugleich den Umstand der Lebensgewohnheiten unter ökonomischen Besonderheiten in einigen Regionen der Welt aufzeigt: Zitat: „Polyandrische Gesellschaften kommen heute noch in Teilen Indiens, im Himalaya (Tibet, Kaschmir, Sikkim), im Kongo, Nord-Nigeria, bei den Paviotso (Nordamerika), Marquesas, Kandy-Singhalesen (Sri Lanka) und den Da-La (Indochina) vor. Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Polyandrie

Bei der Hindubevölkerung der westlichen Himalayaregion ist laut Beremann die praktizierte Polyandrie auf folgende Abläufe zurückzuführen: Es fehlt an Land, weshalb die Zahl der Nachkommen beschränkt werden muss. Deshalb gehen mehrere Männer (Brüder) eine Verbindung mit nur einer Frau ein. In polyandrischen Verbindungen ist – im Gegensatz zur Polygynie (auch Polygamie, bei der es einem Mann gestattet ist, mehr als eine Frau zu heiraten) – die Reproduktionskapazität der Verbindung auf die Kapazität der Frau beschränkt und somit nach oben begrenzt. Somit besteht die soziale Funktion der Polyandrie darin, das Arbeitskraftpotenzial an die verfügbaren Landressourcen anzupassen. In dieser Gegend existieren polyandrische Familien neben polygynen und monogamen Ehe- und Familienformen. Die Polyandrie ist also eine unter mehreren möglichen Ehe-Strategien“ (Zitat, Polyandrie, Wikipedia).

In der geographischen Region, in der auch der jetzige Dalai Lama noch als junges religiöses Oberhaupt „residierte“, gibt es laut Wikipedia sehr verbreitet die Polyandrie, Zitat: „Tibet ist momentan das größte Gebiet, in dem Polyandrie verbreitet ist. Die Eheform hängt mit dem Vererbungsmuster für Landbesitz zusammen. Wenn sich mehrere Brüder das Land und dieselbe Frau teilen, muss das Eigentum nicht aufgeteilt werden. Eine direkte Folge ist tatsächlich die seit vielen Generationen herrschende Stabilität der Zahl und der Größe von Grundbesitz in Westtibet“ (Ende des Zitats, ebda.)

Der folgende Text kann zwar ironisch aufgefasst werden, könnte durchaus im Kabarett vorgetragen werden, als Lachnummer der besonderen Art? regt allerdings auch an, grundsätzlich über andere Lebensgemeinschaften nachzudenken, wenn man den Text nicht gleich ablehnt (Tabu?). Vermutlich überwiegend Konservative oder vielleicht religiös „festgefahrene“ Dogmatiker werden es kaum wagen, hier zu schmunzeln oder ein Geringstes an Nachdenklichkeit zuzulassen, sollte ihre unverrückbare Ethik-Vorstellung (und Ästhetik) wie ins Bewusstsein oder in die Weltsicht „eingebrannt“ sein und sie es nicht wagten, über Realitäts-Grenzen hinüberzuschauen. Hier unten folgt der Text von E.W.Heine, Seite 181.

Hasso Bensien für „Compass1492“, 2008

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